UN beschließen historisches Abkommen 7. Juli 2017 122 Staaten haben am Freitagmorgen bei den Vereinten Nationen in New York einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen verabschiedet. Nach Jahrzehnten stockender Abrüstung senden sie eine klare Botschaft an die Atomwaffenstaaten... mehr

IFFF/WILPF

Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit ist eine internationale Nichtregierungsorganisation mit nationalen Sektionen in über 40 Ländern und allen Kontinenten dieser Welt. Die IFFF/WILPF besitzt Beraterstatus* bei verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen (UN) mit einem internationalen Büro in Genf und einem New Yorker Büro, das sich vor allem der Arbeit der UN widmet.

WILPF ist die älteste Frauen-Friedensorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung mitten im ersten Weltkrieg 1915 in Den Haag richtet sie sich gegen alle Formen von Krieg und Gewalt. Sie war maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen (UN) beteiligt. Die IFFF/WILPF beteiligt sich an internationalen Kongressen und Weltfrauenkonferenzen und setzt sich auf nationaler Ebene für ihre Ziele ein. Mehr über WILPF ›

Aktion Aufschrei

Bundesweite Veranstaltungstermine der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel unter: http://www.aufschrei-waffenhandel.de/Veranstaltungstermine.69.0.html.

Neuigkeiten

16.04. 2007

Klima: Frauen sind meist die Opfer, Männer die Täter

Der UN-Klimarat IPCC hat just am Karfreitag mit der Veröffentlichung seines neuen Klimaberichts darauf hingewiesen, dass die Menschen in den armen Regionen der Welt am stärksten unter dem Klimawandel leiden. Frauen sind davon besonders betroffen. Die Ursachen dafür sind gesellschaftliche Traditionen, religiöse Vorschriften und die sozialen Bedingungen von Frauen.

Im Süden von Bangladesch fand man unter den Opfern tropischer Wirbelstürme fünfmal mehr Frauen als Männer. Da die Männer sich regelmäßig auf öffentlichen Plätzen und bei ihren verschiedenen Geschäften treffen, konnten sie sich gegenseitig warnen - die Frauen und Kinder aber wurden in großer Zahl vergessen. Zudem hielten sich Frauen an das Gebot, ihre Häuser nicht ohne männliche Begleiter zu verlassen. Und so warteten sie auf die Rückkehr ihrer Ehemänner, Brüder oder Väter, bis die Flut kam. Darüber hinaus war den wenigsten Frauen das Schwimmen beigebracht worden - die Wassermassen bedeuteten daher ihren sicheren Tod.
Auch der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 über die Küsten Indiens, Indonesiens und Sri Lankas hinwegfegte, brachte mehr Frauen als Männer um. "In einigen Dörfern haben Frauen bis zu 80 Prozent der Todesopfer ausgemacht", stellte die Hilfsorganisation Oxfam fest.

Schwimmen als Überlebenshilfe

Die 25-jährige Selvi aus Tamil Nadu in Indien hat deshalb inzwischen schwimmen gelernt und ist überzeugt: "Die Menschen müssen einfach schwimmen können, vor allem die Mütter, damit sie ihre Kinder retten können." Gerade darin zeigt sich die Verletzlichkeit von Frauen durch extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen: Traditionell sind sie für die Erziehung der Kinder und die Pflege der Alten zuständig. Diese Aufgabe bindet sie oft an Haus oder Hof.

Ein anderer Gesichtspunkt: In der afrikanischen Sahel-Zone etwa obliegt Frauen zu 80 Prozent die Lebensmittelbeschaffung. In Teilen Asiens und Lateinamerikas sieht es ähnlich aus. Traditionell bewirtschaften vor allem sie die Äcker, um sich und ihre Familien zu ernähren. "Frauen besitzen weltweit zwar nur etwa ein Prozent des Ackerlandes, produzieren aber die Hälfte der Nahrungsmittel", sagt Ulrike Schelander, Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Care Österreich. "Sie und ihre Familien sind somit stark betroffen, wenn durch den Klimawandel verursachte Unwetter etwa die Ernten zerstören, ohne dass sie viele Möglichkeiten haben, dagegen anzukämpfen." So treffen die zunehmend langen und harten Dürreperioden in der Sahel-Zone die Frauen am stärksten. Nicht nur, weil sie auf ihren kleinen Ackerflächen nur wenig anbauen können. Den Frauen fällt es traditionell zu, ihre Familien mit Trinkwasser und Feuerholz zu versorgen. Bis zu vier Stunden am Tag verbringen Mütter und Töchter damit, Holz zu sammeln oder Wasser zu holen. Mit der zunehmenden Dürre sind die Wasserquellen immer weiter entfernt und Feuerholz ist immer spärlicher verteilt. Beides muss oft kilometerweit getragen werden, körperliche Schäden bleiben nicht aus.

Während Männer häufig die Krisengebiete verlassen, um anderswo ihr Glück oder Arbeit zu suchen, müssen ihre Frauen und Kinder weiter mit den Gefährdungen in ihrer Heimat zurechtkommen. Obwohl sich der Klimawandel dramatisch auf das Leben vieler Frauen auswirkt, sind sie nur selten dabei, wenn auf politischer Ebene Entscheidungen über Klimaschutzprogramme oder Anpassungsmaßnahmen getroffen werden. Dabei kennen sich insbesondere Frauen aus Entwicklungsländern oft besonders gut mit der sie umgebenden Natur aus. Trotzdem waren bei den letzten internationalen Klimaverhandlungen 2006 in Nairobi von 172 Verhandlungspartnern nur 27 weiblich.
Dazu passt dann wiederum, dass vor allem Männer die Verantwortung für die Klimaerwärmung tragen: Von den Aufsichtsratsmitgliedern der 30 größten Dax-Konzerne sind nur zwölf Prozent weiblich, und auch in den meisten Vorstandsetagen bleiben die so genannten "Herren der Schöpfung" lieber unter sich.

 

Quelle: BUND Artikelserie Klimaschutz, erschienen am 12.4.2007


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